no lasting without longing

 
01Sept
2014

Eat, Pray, Love (...)

Es ist Sonntag Abend (ok - es ist nicht mehr Sonntag Abend .. ich bin über diesen Eintrag eingeschlafen .. never mind - Es ist Donnerstag Vormittag, ok bin am Vormittag nicht fertig geworden .. es ist Donnerstag Abend .. ), und ich frage mich, wo die Zeit geblieben ist! 4 Wochen USA, davon etwas über 3 Wochen (hahaha - heute genau 4 Wochen) bei meiner Gastfamilie - höchste Zeit also, meine ersten Eindrücke ein wenig zu schildern. Nur vorab: Ich möchte nichts pauschalisieren oder verallgemeinern! Das sind meine Eindrücke von meiner Gastfamilie in der Gegend, in der ich zur Zeit lebe .. Also wer eine wissenschaftlich fundierte Ausarbeitung über die amerikanische/indische Kultur erwartet, der wird in den nächsten Minuten leider entäuscht werden, aber keine Sorge --> www.wikipedia.com (wissenschaftlich fundiert?) ;) !

Das fremde Gefühl geht mehr und mehr zurück, einige Schritte werden Routine, Alltag - andere jedoch auch nicht. Und so bleibt das Gefühl, dass man als Au Pair Dinge erlebt, die eben nur ein Au Pair so erleben kann, aber es auch gleichzeitg schwer ist, seinen Platz zu finden - irgendwie schwierig die Balance zwischen Jugendlich/Erwachsen zu halten, wenn man das erste Mal für einen langen Zeitraum von zu Hause weg ist und in einem fremden Land lebt, und man somit nicht ohne Hilfe auskommen möchte und in manchen Situationen auch nicht kann, aber man gleichzeitg eine große Verantwortung sowohl innerhalb der Familie auch als für sich selber übernimmt .. und ja - das ist nicht immer einfach, nicht immer angenhem, nicht immer schön - aber dafür auch immer öfter großartig .. und eine Erfahrung sowohl so als auch so!

Es gibt eine Sache, die mir in den letzten Wochen sehr oft passiert ist: Ich stelle Unterschiede zwischen hier und meiner deutschen Lebensweise fest und automatisch bekomme ich das Gefühl, dass die Dinge, wie sie hier laufen von der Norm - vom Normalen - abweichen .. weil alles, was mir vertraut ist in meinem Kopf als "normal" fest steht. Und jaa - das ist natürlich quatsch! Ich erinnere mich dauernd daran, dass es kuluturell kein "richtig" und kein "falsch" gibt und ich hier bin um eben eine andere Kultur kennenzulernen und das man dabei auf sämtliche Kulturschocks trifft .. ja, darauf habe ich mich beim Packen nicht vorbereitet .. ;) !

 

Eat

"The 10 pounds - 5 pounds on every hip" - Ich höre Jody noch über die scheinbar obligatorische Gewichtszunahme reden .. Und in ihrer Aussage steckt doch eine Menge Wahrheit: Ich denke, dass Essen an sich einen hohen (sehr hohen) Stellenwert hat .. man isst gradezu zwei Hauptmahlzeiten am Tag und Fast food Ketten/Restaurants (und deren Drive Ins) sind überall - überall! Hat man etwas zu feiern - man geht Essen, kocht ausführlich, kauft einen Cookie etc. Auch wenn ich nahzu kein Fastfood hier esse, sondern durch meine Gasteltern/deren Eltern viel von der indischen und teilweise mexikanischen Küche mitbekomme, ist das Angebot einfach sehr groß - Essen an sich geht schnell, zwischendurch .. während ich vor ein paar Wochen erst angefangen habe, wenn wirklich jeder am Tisch saß, habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, dass jeder anfängt, sobald er seinen eigenen Teller vor sich stehen hat - der Alltag ist stressig, Zeit ist knapp - Die Mahlzeit an sich wird für gewöhnlich (ausser an freien Wochenenden) nicht ausführlich genossen .. an manchen Abenden, wenn ich beginne, Heimweh zu bekommen, erwische ich mich dabei, wie ich wütend auf das Essen werde (macht Sinn, oder :D ?), weil es für mich doch eine große Umstellung ist .. aber eins kann ich klar sagen: Mit Hunger habe ich nicht zu kämpfen - eher damit, draussen eine Runde laufen zu gehen, damit mich jeder noch erkennt, wenn ich wieder komme ;) ! 

 

Pray

In der Küche gibt es einen Schrank, öffnet man diesen leuchtend einem Farben, Blumen, Kerzen, Gewürze und Gottheitsstaturen entgegen - alles ist bunt und aufwendig dekoriert - vor dem offenen Schrank betet meine Gastfamilie - meist jeden Morgen für 2-3 Minuten. Dabei werden zwei Kerzen angezündet, die man anschliessend bei offener Tür von alleine über ein paar Stunden hinweg ausbrennen lässt. Vor einer Mahlzeit, die wir alle gemeinsam einnehmen werden zwei Hindu-Gebet auf Indisch aufgesagt, die sowohl Gott für das Essen danken, als auch um Schutz und Segen in den verschiedensten Lebensbereichen bitten. Als drittes sagt Ayush ein Gebet in englischer Sprache auf, das er in seiner alten daycare gelernt hat .. Ich würde meine Gastfamilie im täglichen Umgang mit Religion als sehr liberal beschreiben - sie möchten mit mir gerne auch christliche Feiertage verbringen, sind interssiert an der kuluturellen Seite anderer Religionen und erwarten nicht von mir, Gebete mitzusprechen. Ayush darf selber entscheiden ob er sich (wie seine Eltern) vegetarsich ernährt oder Fleisch isst und ich fühle mich auf keinem Fall religiös  bevormundet oder missverstanden. 

Vergangenes Wochenende habe ich mit meiner Gastfamilie zusammen das Ganesha Habba gefeiert - ein Hindu Feiertag im Namen Ganeshas, dem Gott und Beseitiger der Hindernisse. Freitag Abend bin ich mit dem weiblichen Teil der Familie (und Ayush) zu einer Arbeitskollegin meiner Gastschwester gefahren um dort daran teilzunehmen, Ganesha in Form von Blumen, Obst und Gebet/Gesang zu ehren. Das Haus hat mich erstmal komplett sprachlos gemacht: Im Eingangsbereich unzählig viele Schuhe, weil es im Hinduismus als respektvoll gilt den Göttern Barfuss zu begegnen, im Untergeschoss des Hauses unzählig viele Leute und Grüppchen, die miteinander schwatzen, Lachen, zu Abend essen - alles sehr informell (jeder sitzt, wo er oder sie möchte, isst wann und wie viel er/sie möchte und betet, wann und wie viel er/sie möchte vor dem seperaten Schrank, mit der Ganesha  Figur und den "Opfergaben" - dieser Raum war, als ich ihn betreten habe erfüllt von Gebetsgesang.) Ich war und bin immer noch beindruckt davon, wie viel Spaß dieses Zeremonie allen gemacht hat und dass es nicht um das Einhalten eines strengen Zeitplans ging (nur zur Info: die Zeit war von 2pm-6pm angesetzt - um 6pm kamen wir in die Strasse gefahren .. also nur ein bischen zu spät .. ), sondern darum, diesen Feiertag als Anlass zu nehmen, mehrere Gläubige zum gemeinsamen Abendessen und Gebet zu versammeln. Schöne Atmosphäre, obwohl ich mich wie ein Zuschauer auf einer Tribüne vorkam, der sich das bunte Treiben von ausserhalb anschaut, ohne selber daran aktiv teilzunehmen.

Am Samstag morgen darauf haben meine Gastgeschwister, die Großeltern und Ayush ihr Ganesha Habba im kleinen Kreis vor dem Kamin im Eingangsbereich gefeiert: Alle sitzen auf Decken vor der Statue Ganeshas, und der komplette Kaminbereich ist dekoriert mit bunten blumen, Obst, Nüssen, Schalen von Gewürzen, Reis und Wasser. Während der Zeremonie spricht jeder verschiedene Gebete (manchmal auch zusammen) oder Mythen um die Götter. An bestimmten Stellen wird Ganesha mit Wasser gewaschen oder mit Reis beworfen. Ich hab aufgrund der Sprache (Kannada) nichts von den Gebet verstanden aber was ich gesehen habe war unglaublich: Der Vater meines Gastbruders hat ihm hier und da Hilfestellung geleistet, an welchem Teil der Zeremonie man sich grade befindend und was jetzt zu tun ist (Reis, Wasser, Gewürze / linke Hand, rechte Hand) während er selber Ayush in die Traditionen eingeführt hat und ihm beim "Waschen" der Ganesha assistiert hat - in diesem Moment erschien mir die Familie noch näher zusammen als sowieso schon .. das war das eigentlich schöne für mich an diesem Morgen! Und ich musste mich an etwas erinnern, das mir meine Gastschwester wenige Tage zuvor zum Hinduismus gesagt hat "I like that Hindus have a free faith - for me it's not about following all the little rules and guidelines particually and therefore getting lost in idolism .. we say "When you pray and concentrate on worshiping and the good things - the God is in you.""

Love

Meine Gastfamilie ist sehr eng miteinander verbunden - jeder wird mit Respekt behandet, das Recht, Entscheidungen zu treffen ist gleich verteilt .. es gibt kein feststehendes "Familienoberhaupt". Und ich werde wirklich als vollständiges Familienmitglied angesehen - ein Privileg, das ich mehr als zu schätzen weiß und für mich in meinem Jahr als Au Pair etwas von großer Wichtigkeit war! Zum Geburstag habe ich meinem Gastbruder ein Buch geschenkt, auf der ersten Seite steht "from Hannah to Vin - thanks for giving me the oppurtunity to stay with you and your family!"  Seine Reaktion war "oh, you should have written our family!" ..

Ayush wird mit den selben Idealen erzogen - liebevoll, höflich .. und etwas sehr typisches für amerikanische Kinder : ehrgeizig .. er wird zu Wissenbegierigkeit, Zielstrebigkeit und Selbstbewusstsein erzogen - und das merkt man ;) ! Neugierig und dickköpfig - und wir haben viel Spaß zusammen .. besonders bei neuen, unbekannten und herausfordenen Aufgaben: "nuuuuull, einss, zwwei, drai, viiier, funf, seks, siieben, agt, neon, sehn" .. ;) !

 

 

Ok, ich bin in den USA - es gibt eine weitere Kategorie ..

 

Drive

Ahhh, was war das für eine Prozedur in den ersten zwei-drei Wochen meinen Führerschein zu machen .. den schriftlichen Test konnte ich in der Nähe meines Wohnorts machen, 20 Minuten Wartezeit, die notwendigen Dokumente abgeben, den Test machen .. juhu - ich darf "begleitet" Fahren .. aber das hat mich noch nicht wirklich weiter gebracht - ich war ja immer noch abhängig davon, dass mir Ayushs Großeltern beim Hin - und Zurückbringen von Ayushs Vorschule helfen, dass mich ein anderes Au Pair mit zu Treffen nimmt .. und meine Freizeit konnte ich auch nicht frei gestalten: Denn ohne das Auto geht hier anscheinend nichts - in Gehnähe kann ich nichts erreichen, öffentliche Verkehrsmittel beginnen erst schleppend in nächster Nähe zu Downtown Atlanta - ja, ich hab es in den ersten Wochen hautnah erlebt: O-Ton Jody "Oh yes - we Americans looooove driving - we even drive to somewhere to walk" Um diese Aussage zu untermauern habe ich zwei Beispiele:

1) In einer Outside-Mall sucht man sich einen anderen Parkplatz, um von Geschäft zu Geschäft zu kommen.

2) Ich habe heute tatsächlich jemanden dabei beobachtet, wie er (oder sie?) den Briefkasten vor dem Haus aus dem Auto heraus kurz vor dem Befahren der Einfahrt geleert hat - was ziemlich umständlich aussah .. aber hey, man spart sich unglaublich 30 Sekunden Fußmarsch von der Haustür bis zum Briefkasten - seems legit !

Soo aber seit mehr als 1 Woche habe ich meinen "ganzen" Führerschein! Den Termin für den Roadtest habe ich bei einer Führerscheinstelle sehr weit südlich von Atlanta (somit noch weiter südlich von Braselton) bekommen .. jeweils mehr als 3,5 Stunden für hin und zurück haben meine Gastschwester und ich gebraucht .. und alles nur, damit ich nicht noch bis Oktober auf einen Termin warten muss - ja, mitten im nirgendwo gab es zurecht auch noch ziemlich kurzfristig Termine: Ich hab in der gesamten Prüfung vielleicht 4-5 Autos gesehen .. dafür aber umso mehr Felder :D ! Aber auch das hatte etwas Gutes: Ich hab den Führerschein, meine Gastschwester "felt like 18 again!".

Tja und damit hatte ich auf einmal Probleme, an die ich vorher nicht wirklich gedacht habe: Mein Handy kann bei google maps keine Stimmnavigation geben, das GPS Gerät verabschiedete sich nach 5 Minuten selbstständig und ich war auf der Suche nach der Universität, in der ich diese Woche meinen Kurs zum ersten Mal belegen wollte, erstmal ziemlich aufgeschmiessen .. und dann ging meine Irrfahrt los.. Ich fuhr auf unzählige Parkplätze:

1) goggle maps checken

2) versuchen, sich so viele Straßennamen und Richtungen wie möglich auf einmal einzuprägen

3) nach 10 Minuten den nächsten Parkplatz suchen und nachsehen, ob man wenigstens Ansatzweise in die richtige Richtung gefahren ist

.. meist endete mein Parkplatzbesuch mit einer Enttäuschung oder noch mehr Verwirrung: jeder Straßenname klang wie "Peach/Sugar + randomaddition" .. dann hab ich Hunger, Durst und einen leeren Tank bekommen - und dann, nach ca 3 Stunden (für einen Weg, der normalerweise 45 Minuten dauert) war ich tatsächlich da! Mein Kurs war zwar schon längst vorbei, aber immerhin konnte ich mich offiziel registrieren und meine Gebüren bezahlen - völlig umsonst war es also nicht und eine Erfahrung sowieso! .. Ehm, und über den Rückweg möchte ich gar nicht anfangen - ich habe im Grunde genommen Schritt 1) - 3) ein paar mal wiederholt und hinzu kam der selbstbewusste "ich-kenn-den-Weg-irgendwie-kommt-mir-die-Gegend-bekannt-vor-Style" (ach ja übrigens - ich kannte den Weg nicht) Und hinzu kamen die Spuren vor der Ampel, die einem unmissverständlich zu verstehen geben ONLY RIGHT / ONLY LEFT - entweder fand ich mich wieder in einer verzweifelten "Ich-wechsel-die-Spur-noch-schnell" oder "Ok-Ich-biege-ab-ist-ja-nicht-so-als-wäre-gradeaus-100%-richtig-gewesen" - Aktion. Zusammenfassend befand ich mich in meinen ersten Fahrten, die jenseits von Ayushs Vorschule und meiner Nachbarschaft stattfanden auf der permanenten Suche nach

a) Parkplätzen, auf denen ich goggle maps befragen konnte,

b) der Möglichkeit eines U-Turns, um die 5 Meilen, die man in die falsche Richtung gefahren ist, wieder zurück zu fahren,

c) oder im äusersten Fall einem Starbucks, in dem man sich einfach mal kurz sammeln konnte, bevor man wieder in den Straßen-Spuren Dschungel entlassen wurde!

Aber schliesslich die gute Nachricht: Mein GPS funktioniert seit heute einwandfrei - heute kam ich rechtzeitig zu Uni .. aber obwohl alles gut lief - einen Starbucks wollte ich dann trotzdem aufsuchen :) !

 

So genug von meinem kleinen kuluturellen Alltags-Abenteuern!

 

Take care,

Hannah

 

 

 

11August
2014

"Welcome sign :D !" ...

... das waren die Worte, mit denen mich Ayush am Donnerstag Abend am Flughafen in Atlanta empfing. Dabei hielt er mir ein DIN A 4 großes, blaues Plakat mit einer deutschen/amerikanischen Flagge, der Aufschrift "welcome Hannah" und seinen Handabdrücken auf der Rückseite hin und strahlte mich an :) ! Meine Hostsister (ja, Ayushs Eltern haben mich gebeten, sie als Geschwister anzusehen - sonst fühlten sie sich zu alt ;)) Ranjana und mein Hostbrother Vin nahmen mich in die Arme (wobei ich eher Vin in die Arme nahm, der nicht so genau wusste, wie er mich angemessen begrüßen sollte ;D ) und ein paar Minuten später saß ich auch schon bei ihnen im Auto und die Fahrt "nach Hause" began. Vom Flughafen aus dauert es etwas über 1 Stunde nach Braselton und Ayush konnte nicht aufhören, mir alles, was er sehen konnte, zu zeigen (allen voran "Ayush Tower" = das höchste spitzzulaufende Gebäude in der Skyline von Atlanta). Wir fuhren also einmal auf Altanta Downtown zu (atemberaubend :) !) und liessen es dann hinter uns. 

Im Dunkeln konnte ich nicht viel von der Nachbarschaft erkennen - nur so viel: die Straßen sind breit, die Häuser groß. Und diese Eindruck bestätigte sich auch im Hellen: Das ganze Wohngebiet ist gepflegt bis auf den letzten Grasshalm, die Häuser sind zwar alle verschieden, folgen aber dem gleichem Baustil und obwohl mir das Haus meiner Gastfamilie für drei (bzw jetzt vier Leute) schon rießig erscheint, ist es hier noch eins der kleineren .. es ist unglaublich - wirklich .. wenn ich hier an manchen "Anwesen" vorbei komme, warte ich gerade zu darauf, dass eine Kutsche vorfährt und die Töchter des Hauses auf einen Ball fährt, während Aschenputtel hinten im weitläufigen Garten den Rasen mit der Nagelschere schneidet.

Normalerweise benutzen hier alle den Seiteneingang, aber da ich am Donnerstag das Haus zum ersten Mal betreten habe, benutze ich den Haupteingang (Tradition - bringt Glück!). Ayushs Großeltern waren schon da und verwicklten mich bei meinem späten Abendessen direkt in ein eindringliches Gespräch ("please take good care of Ayush .. "), aber waren eben so herzlich und gastfreundlich ("we have adopted her now")! Die beiden werden in ca. 1 Woche, wenn mein alltäglicher Rhytmus so richtig anfängt, weil Ayushs Vorschule beginnt, diejenigen sein, die mich auf den ersten Fahrten etc. begleiten und einarbeiten werden - und ich kann es nicht abwarten sie in South Carolina zu besuchen, wo sie ziemlich nahe an einem See mit sehenswerter ("you are gonna like it there") Landschaft leben!

Mein erster Abend hätte nicht besser sein können .. mein Zimmer ist richtig schön, Bilder von Freunde und Familie, die ich meiner Hostsister einfach mal so in den letzten Wochen bei WhatsApp geschickt hatte, standen wie selbstverständlich auf Regal, Schreibtisch und Nachttisch (: ! .. aber gerade in den ersten Stunden/Tagen kam mir ein Gedanke immer wieder in den Kopf "Was machst du hier eigentlich .. du kennst diese Leute doch überhaupt nicht .. und wohnst mit ihnen zusammen? Was war das denn für eine Idee?" aber in den letzten Tagen hat sich das so gut wie in Luft aufgelöst und ich habe wirklich einn richtig gutes Gefühl dabei, eine gute Beziehung zu allen Familienmitgliedern aufbauen zu können! Ich denke mir im Moment immer öfter, dass man gar nicht so viel über jede Kleinigkeit nachdenken sollte und das fremde und ungewohnte Gefühl in diesem Fall wirklich nur durch Zeit verschwinden wird .. 

Take care,

Hannah

 

 

08August
2014

Au Pair = Auf Gegenleistung

Die Orientationdays sind vorbei. Am Sonntag Morgen bin ich von Frankfurt aus losgeflogen, hinter mir liegen 3,5 Tagen, an denen das Telefon auf unserem Zimmer um 6.30 bzw. montags um 7.00 klingelte, um alle Au Pairs rechtzeitig zu wecken. 3,5 Tage, an denen man kaum eine Minute alleine verbringen konnte, weil ein Hotel mit 182 angehenden Au Pairs nunmal ein Hotel mit 182 Mädchen ist, die ihr gewohntes Leben und Freunde und Familie zurückgelassen haben und, genau wie man selbst, mehr als froh über Gesellschaft und Anschluss sind. 3,5 Tage voller Kursstunden in einem Raum mit einer viel zu kalt eingestellten Klimaanlage, die dafür gesorgt hat, dass wir trotz Erschöpfung nicht dazu verführt waren, einzuschlafen, wie es in einer warmen Umgebung der Fall gewesen wäre. 3,5 Tage voller Informationen, die irgendwann lose im Kopf herumschwirrten und man nur noch darauf hoffte, dass man sich im richtigen Moment an das Richtige erinnern kann. Oder das manche Momente, die uns beschrieben wurden, einfach niemals eintreffen würden.

3,5 Tage voller neuer Begegnungen mit Mädels aus den verschiedensten Ländern der Welt. 3,5 Tage, die jede bis zu diesem Zeitpunkt bestehende Frage über die kommende 12 Monate klären konnte. 3,5 Tage, die mir noch einmal mehr als deutlich vor Augen führten, was „Au Pair“ Sein überhaupt bedeutet. Unsere „Kursleiterin“ Jody macht ihren Job jetzt schon seit 27 Jahren und ist schon ab dem ersten Tag in 1987 bei „Au Pair in America“ Teil des Teams. Müsste ich sie in drei Worten beschreiben würde ich wahrscheinlich „kompetent, warmherzig und hilfreich“ wählen. Sie (und alle anderen, die zu Au Pair in Ameica gehören und die Orientation geleitet haben) haben diese Tage in New York für mich persönlich wirklich sinnvoll und beruhigend gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass ich mit jeder Frage und jedem Gedanken, der mir Besorgnis bereiten könnte, nicht alleine gelassen wurde, sondern 182 andere Mädchen da sind, denen es ziemlich wahrscheinlich genauso geht und das Orientationpersonal mehr als glücklich darüber ist, uns zu helfen.

„The orientation days are a bridge between your old lives at home and the new lives that you are going to have in America.“ Ich denke, dass es Jodys Worte in diesem Fall wirklich am besten treffen. Es hat mir noch einmal gezeigt: Ein Auslandjahr als Au Pair ist kein 12 - Monate langer Urlaub, in dem man praktischerweise ein Bett und einen vollen Kühlschrank hat. Es bedeutet auch nicht, eine Art Mädchen für alles für die Gastfamilie zu sein oder sich als billige Haushaltshilfe ausnutzen zu lassen. Als Au Pair hat man eine Verantwortung, die für mich jede bisherige übersteigt: Ich bekomme bis zu 45 Stunden die Woche das Wertvollste anvertraut, das meine Gasteltern besitzen - ihr eigenes Kind. Ich habe es in der Hand zum kulturellen Austausch beizutragen und mein Hostkid in einer Weise zu prägen, in der es an meiner Stelle kein anderes Au Pair könnte. Man ist nicht nur irgendeine AUFSICHTSperson, sondern eine wichtige BEZUGSperson, die mit der Verantwortung und dem Vertrauen der Gastfamilie nicht leichtsinnig umgehen darf. In Zukunft werde ich Entscheidungen und die daraus folgende Konsequenzen nicht mehr nur für mich alleine treffen, sondern eine Gastfamilie haben, die ich in Betracht ziehen muss. Und das ist auch gut so - weil ich mir sicher bin, dass wir viel Spaß zusammen haben werden!

Ich möchte auf diesem Blog niemanden mit all den Sachen „langweilen“, die wir während der Tage gelernt haben - manche waren für mich aus dem Menschenverstand abzuleiten, andere haben mich wirklich überrascht und werden bei Missachtung als sogenannte „kulturelle Fehler“ eingestuft - der Großteil ist eh nur für angehende Au Pairs wichtig und interessant, aber etwas sehr Entscheidenes, das meiner Meinung nach allen helfen kann, habe ich vor Augen geführt bekommen: Es ist wichtig alle Vorurteile so gut es geht abzubauen, bevor man in ein fremdes Land geht, um dort die Kultur besser kennenzulernen - nur so ist man wirklich offen. Das ist wie immer leichter gesagt, als getan! Auch wenn ich mir immer sagte, dass ich unbefangen in meine Auslanderfahrung gehen möchte - manche Klischees vom amerikanischen, footballverücktem, konsumgeilen Waffennarren liessen sich einfach nicht aus meinem Kopf entfernen, bis Jody uns die amerikanischen Vorurteile gegenüber AuPairs nannte ..

1) Jedes Au Pair ist hübsch. Nein, nicht nur hübsch! Jedes Au Pair ist wunderschön. Ja, so schön, dass man es nicht glauben kann!

2) Jedes Au Pair ist weiblich. (Auch gegen meine Annahme habe ich erfahren, dass es tatsächlich momentan ein männliches Au Pair gibt, das für Au Pair in America in den Staaten arbeitet!)

3) Jedes Au Pair ist blond.

4) Jedes Au Pair ist stark. So stark, dass die Familie praktisch gar nichts mehr machen muss.

5) Jedes Au Pair ist „einfach zu haben“.

Und als ich mich im Raum umblickte und so viele unterschiedliche (!) Mädchen sah, die mit der obigen Liste wenig bis gar nichts zu tun hatte, wurde mir endgültig klar, wie dumm es ist, an seinen Vorstellungen und Prototypen festzuhalten!

Ich sitze grade im Flugzeug auf dem Weg zu meiner Gastfamilie und werde den Eintrag vermutlich ein paar Stunden später in meinem Zimmer hochladen. Ein französisches Au Pair und Ich hatten eine kleine private Taxifahrt zum Flughafen, weil wir wegen Verzögerungen Gefahr liefen, unseren Flug um 6 pm zu verpassen .. war auch nicht schlecht :) und definitiv schneller und stressfreier! (so wandelte sich ein "You are gonna have the hardest job this evening .." zu einem "oh look, it's your lucky day - get in the car with Sandy!") Schon beim Packen im Hotel habe ich mir Sorgen gemacht .. "Habe ich meinen großen Koffer auch wieder genauso wie in Deutschland gepackt? Nicht zu viel aus Versehen umgepackt?" In Frankfurt war mein Koffer ganz knapp unter der absoluten Obergrenze von 23,5 Kg .. "Hoffentlich zeigt mir die Waage am Flughafen LaGuardia nicht mehr als 50 pounds .." Aber auch für so ein Problem, das mehrere Au Pairs zu haben schienen, wusste Jody eine Antwort: Man hat in so einem Fall 3 Möglichkeiten:

1) Man bezahlt. Meistens viel. Sehr viel.

2) Man packt um. Schmeißt Dinge weg.

3) ("Ususally I definitly think that young women should stand up for themselves but in this case .. ") Man sucht sich einen männlichen Flughafenmitarbeiter, erklärt so schlecht und gebrochen wie möglich, was das Problem ist und weint so viel man kann. ("Make sure it's a man! A Woman will make you pay! It always works for the men!") - Ja, mit diesem Tipp ist einem vergangenem Au Pair ein Betrag von $ 700 Übergepäck (wie geht das??) erspart geblieben - unglaublich :D !

Also stand ich bei der Gepäckabgabe, war froh, einen Mann erwischt zu haben, die Waage zeigte 52 pounds und ich began so nervös durch den ganzen Terminal zu schauen wie es nur ging .. durchsuchte eine Mappe von Papieren völlig ohne Grund und tat so, als ob ich vor lauter Nervösität die leise Feststellung "pfff 52 pounds" des Flughafenmitarbeiters überhört hatte. Gab es eine Diskussion über Übergepäck - Nein! Danke, Jody (: !

Ja, ich bin nervös - aber positiv nervös - Bald-Ist-Weihnachten-Nervös. Ich habe heute morgen eine Nachricht von meiner Gastmutter bekommen „Hi sweetheart! Ready to come home? (:“. Klar, zuerst habe ich mich einfach nur gefreut - meine Gastfamilie freut sich auf mich, ich muss mir keine Sorgen machen. Dann wurde mir noch etwas anderes klar: „home“- Braselton ist kein Ort für eine Unterkunft, es wird in den nächsten Monaten „zu Hause“ sein. Mit allem was dazugehört - einem Hausschlüssel, mit einem Kühlschrank, den man selbstständig öffnen kann, wenn man Hunger hat (und wir wissen doch alle, wie verstörend es ist, einen fremden Kühlschrank aufzumachen und sich etwas zu nehmen - auch wenn man dazu aufgefordert wird :D !), eine Dusche, von der man tatsächlich genau weiß, wie sie funktioniert (denn egal wie schlau man ist, bei der Bedienung einer fremden Dusche hört es auf :D!), Nachbarn, die wissen, dass man kein Besuch ist, der Supermarkt, in dem man mal schnell eine Packung Eier kauft, weil zum Kuchenbacken mal wieder genau eins fehlt .. und Menschen, die sich freuen, wenn man das Haus betritt - Zu Hause.

Oh, der Landeanflug beginnt (: !

Take care,

Hannah

06August
2014

"wer blinzelt, hat's nicht erlebt"

Schon seit der Ankunft in New York habe ich mich auf Dienstag Abend, das Highlight der Orientation Days gefreut - die Stadttour in Mahattan (: ! 

Nur vorab - ich wurde nicht enttäuscht .. es war nur um einiges anders als von mir im Vorfeld erwartet :D !

Der Zeitplan während der Orientation Days ist straff - die wenigen Tage sind vollgepackt mit umso mehr Kursen! Tuesday, 2nd day, 4.30pm-10pm, New York Trip - so stand es in meinem Stundenplan .. meine Gedanken waren ungefähr "wow, wenn man die jeweils ca. 45 - 60 Minuten Fahrt von unserem Hotel in Tarrytown abzieht, bleiben immer noch ca. 3-4 Stunden in Manhattan" - klar nicht genung, um annäherend alles gesehen zu haben, aber doch schon einiges an Zeit ..

Während wir auf Downtown zufuhren, konnte man draußen in immer kürzer werdenen Abständen Hochhausbauten mit Appartments sehen. Ich hatte den Eindruck, dass jeder Mensch der Welt gerne in New York oder zu mindest doch in der Nähe wohnen möchte - also was macht man um diesen Ansturm in den Griff zu bekommen? In die Höhe bauen, einheitliche und geometrische Wohnung, die alle gleich aussehen und man somit seiner Fantasie freien Lauf lassen kann, was sich wohl für ein Wohnnort dahinter verbirgt und welche Menschen dort leben. Die Hochäuser werden dichter und ehe man sich versieht, ist man nach einer kurzen Fahrt über den Hudson River in Manhatten. Mitten in einer Welt, in der man versucht Klischees, Filmmotive und eigenen Erwartungen an die Wirklichkeit anzupassen!

Ich war noch nie in den USA, bin beindruckt von fast allem hier und möchte mir auf keinen Fall anmassen, mich hier zu diesem Zeitpunkt besonders gut auszukennen .. aber es fühlte sich für mich so an, als würde man diesen Teil der Stadt kennen - aus Film, Fernsehen, Zeitschriften! Also befand ich mich in einem ganz seltsamen Zustand aus "wiederkennen" und staunen ("Ach das sieht WIRKLICH so aus?!") und unzählig vielen, neuen Eindrücken! 

Der Verkehr ging stockend bis gar nicht - unser Guide berichtet von einem schweren Unfall zwischen zwei Sightseeing Bussen direkt am Times Square, deshalb sei der ganze Verkehr noch mehr beeinträchtigt als sowieso schon. Ich störte mich nicht an dem sich im Schrittempo bewegendem Bus! Es gab so viel neues zu sehen - Leute, die sich von A - B hetzen (ein kleiner Lichtblick für mich in dieser gestressten Stadt war ein sehr formal und schick gekleideter Mann, der an einer roten Ampel einfach ungeniert gähnte - ein Zeichen von menschlicher Müdigkeit auch in er Stadt, die nie schläft (: !) , der Rauch von der Subway, Hochhäuser, die sich in noch höheren Hochhäusern spiegeln .. Zudem habe ich an beinahe jeder Kreuzung weit in die Strassen eingesehen, weil man dank des Schachbrettmusters der Straßen ganz entfernt fast den Hudson River erkennen kann. Und ganz plötzlich sahen wir an einer Strassenecke eine Aufnahme einer professionellen Filmproduktion - also auch wenn man kaum vorankommt - es gab definitiv genung zu entdecken!

Unser erster Stop, das Rockerfeller Center, war für mich der beeindruckenste Teil! Gerade bei dem sonnigen Wetter hatten wir einen unglaublich schönen Blick über die Stadt, direkt gegenüber das Empire State Building! Das Bester an dieser Vogelperspektive war für mich die Sicht auf den Central Park: herum um diese riesige Grünfläche mit See scheinen sich die Menschen in Hochhäusern zu staplen! Der Kontrast und die Wirkung auf das Stadtbild haben mich schwer beeindruckt!

Unseren zweiten Stopp, den Times Square mussten wir wegen des Unfalls und Zeitproblem wegen des dichten Verkehrs ausfallen lassen :( ! Ich konnte einen kurzen Blick darauf werfen, als wir über eine Ampel fuhren, aber für mehr war keine Zeit.

Unser letzter Halt, nah am Hudson Rive mit Blick auf die Brooklyn Bridge und die Statue of Liberty, fand in der Dämmerung statt und ermöglichte uns einen Blick auf unzählige Lichter! Dieser Ausblick lässt sich schwer beschreiben und war für mich vermutlich einer der wenigen Momente, in denen ich glauben konnte, tatsächlich in den USA zu sein.

Insgesamt ging die Zeit während dieses Trips noch schneller vorbei, als sonst! Ich hatte einen kleinen Eindruck von der Stadt erwartet - was ich bekommen habe sind viele kleine Bilder in meinem Kopf, die sich nicht in ein "großes Ganzes" einordnen lassen. Aber das meine ich nicht negativ! Der Abend hat mich neugierig gemacht - neugierig auf meine Gastfamilie, neugierig zusammen mit ihnen oder anderen AuPairs Atlanta zu erkunden, neugierig mir die Zeit während meines Jahrs zu nehmen, New York noch einmal "richtig" zu besuchen .. 

Die Zeit rast, wenn so viel Neues auf einen zukommt und was bleibt ist das ungläubige Gefühl, tatsächlich in New York gewesen zu sein! Das nächste Mal (das es hoffentlich gibt!) werde ich wahrscheinlich mehr Freiheiten haben und selber entscheiden, was ich mir ansehe und wie viel Zeit ich mir nehme. Aber diese Tour zwischen den vielen Kursstunden hat mir gezeigt, wie viel es noch zu sehen gibt!

Take care,

Hannah

05August
2014

merge

Dieses komische Gefühl, wenn man nicht genau weiss, wie viel Zeit vergangen ist, wie viel Uhr es ist und man die Länge eines einzelnen Tages nicht mehr einschätzen kann, wenn nüchtern betrachtet nicht viel doch gleichzeitig unglaublich viele kleine Sache gleichzeit um und mit einem passieren :D !

 

Ja, so ungefähr fühle ich mich grade! Ich kann von Glück sagen, dass ich trotz 6 Stunden Zeitverschiebung kaum Anzeichen von Jetlag oder Müdigkeit verspüre, sondern bis jetzt zu der "normalen" Ortszeit einschlafen und aufstehen kann. Vielleicht liegt es an meiner sehr entspannten und reibungslosen Anreise von Frankfurt über London nach New York (wow, was für ein Satz - ich kanns wirklich selber noch nicht fassen in den USA zu sein!) .. Bestimmt liegt es sehr stark daran, dass ich seit der Fahrt vom John F. Kennedy Flughafen in unsere Au Pair Unterkunft bis auf eine nebelige Skyline (die trotzdem (?) atemberaubend war!) nicht viel von der Welt ausserhalb der Seminar- und Essensräume gesehen habe. 

Es ist wirklich eine tolle Erfahrung, so viele Au Pairs aus ganz verschiedenen Ländern der Welt kennenzulernen und über ihre Hostfamilies und Pläne in den verschiedensten Ecken der USA zu reden! Man findet schnell Anschluss und hat immer ein Gesprächsthema! Es ist fast ein wenig wie auf einer Klassenfahrt, die allerdings nicht mit einer Rückkehr nach Hause endet, sondern nur der Anfnag und die Vorbereitung für 12 unvergessliche Monaten ist!

Als wir gestern nach einem späten "Dinner" und einer kleinen Einführung unsere Zimmer gegen 22.00 Uhr beziehen konnten, "erwartete" mich schon meine kroatische Zimmernachbarin Martina, die bei meiner Ankunft schon fast schlafend im Bett lag. Klar, wir hatten alle einen ganz aussergewöhnlichen Tag hinter uns: Der endgültige Abschied von der Familie, ein langer Flug, erstmal nur unterwegs sein ohne ein festes Ziel vor Augen zu haben. Wie ein Sprung ins kalte Wasser: man freut sich zwar total auf den Tag im Freibad, kauft sich einen schicken neuen Bikini, aber wenn man dann an der Beckenkante steht, weiß man doch nicht so recht, was man jetzt von seiner Entscheidung, ins kalte Wasser zu springen, halten soll. Und ehe man sich nochmal umgucken, kann fällt man nach vorne und durchstößt die Wasseroberfläche - oder in anderen Worten ..die Passkontrolle ist vorbei.

Morgens gegen 5.00 kam meine zweite Zimmernachbarin Johanna aus Schweden an. Ich wurde von einem Telefonanruf aufgeweckt, der mir zu verstehen gab, dass sich ein AuPair vor unserem Zimmer befände .. total verschlafen und verwirrt öffnete ich die Tür und traf auf Johanna, deren Flug 7 Stunden Verspätung gehabt hat :( ! Da die beiden Betten in unserem Zimmer schon belegten waren, wurde von einem (zu dieser Uhrzeit!) super gelauntem Mitarbeiter ein Bett innerhalb von Minuten hergerichtet. Nach einem kurzen Kennenlernen legten wir drei uns mehr oder weniger müde in unsere Betten, um gegen 7.00 Uhr für das Frühstück vor unserem ersten Kurs geweckt zu werden ..

 

Ach ja, es ist schon alles sehr spannend, neu Leute zu treffen, Dinge zu lernen, die in den kommenden Monaten wirklich von Nutzen sind und die man vorher gar nicht bedacht hatte! Eine ganz eigene Mischung aus Stress, neuen Eindrücken, Zweifel und ganz viel Vorfreude!

Morgen Nachmittag geht es für uns auf einen Trip nach New York! Vielleicht kann ich morgen nach dieser Erfahrung sagen, dass ich langsam realisiere, über 9 Stunden Flugzeit von Deutschland entfernt zu sein .. (: !

 

Take Care,

Hannah

04August
2014

nach Afrika oder so

Dies ist er nun also - mein erster Blogeintrag. Mein Auslands - blog. 

1) Ausland - Ich verbringe einen Au Pair Aufenthalt in den USA. Genauer gesagt in Atlanta, Georgia. Und am aller genausten trifft es wohl "Braselton" - der Name des Vororts, in dem meine Gastfamilie lebt.

 

2) Blog - Auf dieser Website möchte ich in mehr oder weniger regelmässigen Abständen von meinen Auslandserfahrungen berichten. So wie ich mich kenne, wird dieser Blog haltlos chaotisch und spontan geführt werden - aber dafür ist so ein Blogeintrag, was meiner Meinung nach nichts anderes ist als eine Momentaufnahme, doch auch gedacht (: ! Ich freue mich auf zahlreiche solcher Einträge und werde in diesem einfach mal kurz meine "Vorgeschichte" erzählen.

 

Vor ca. 5 Wochen habe ich die Zusage meiner Gastfamilie erhalten und bin nach wie vor voller Vorfreude auf unsere gemeinsame Zeit! Meine "Hostparents" Ranjana und Vin haben auf mich einen bemühten und freundlichen Eindruck gemacht, dass ich gar nicht anders konnte, als mich direkt wohl mit dem Gedanken zu fühlen, dass die beiden für 12 Monate meine wichigsten persönlichen Bezugspersonen sein werden. Von meinem "Hostkid" ihrem kleinem Sohn Ayush, 3 Jahre alt, bin ich seit dem ersten Photo, das ich gesehn hatte, hin und weg :) ! Ich hoffe wir verstehen uns bestens und werden ein gutes "Team" :D ! Zudem haben sie einen Familienhund, Leo und Vins Eltern, also Ayushs Großeltern sind sehr häufig zu Besuch. Vin ist als Kind mit seinen Eltern von Indien in die USA ausgewandert, während Ranjana als Teenager began, in den USA zu leben. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, sowohl die amerikanisch als auch die indische Kultur näher kennenzulernen! Obwohl man mit dem Auto in ca. 45 - 60 Minuten in der fast 6 - Millionen - Einwohnerstadt Atlanta ist, lebt die Familie in einem idylisch am Weinberg gelegenem Vorort. Insgesamt war ich also mehr als zufrieden mit meiner Gastfamilie zumal mir via Skype alle direkt sehr sympathisch waren!

Nach der Platzierung war ich doch sehr überrascht, wie schnell meine Ausreise näherrückte. Ich hatte mich Mitte Juni schon auf eine Ausreise Ende August/Anfang September eingestellt und an manchen Tagen schon mit dem Gedanken gespielt, mich doch mal nach Alternativen umzusehen .. Zweifel befielen mich, ob ich überhaupt noch erfolgreich platziert werde .. Doch diese hatten sich dann Ende Juni in Luft aufgelöst, als ich meinen Abflugtermin, den 03.08.2014 schwarz auf weiss vor mir hatte.

 

Und bis dahin gab es noch eine Menge zu tun: Zu aller erst natürlich das Visum beantragen, eine Abschiedfeier organisieren, die Koffer packen .. Ich habe im Rückblick das Gefühl, dass der Juli an mir vorbeigerauscht ist mit der Aussicht Anfang August abzufliegen .. Alles wurde sehr stressig, mein Visum kam erst 4 Tage vor meiner Ausreise an, Packen ist doch eh immer so ein Last-Minute-Ding und sich von meinen Freunden und Familie zu verabschieden war für mich ein Ding der Unmöglichkeit.

Aber irgendwie hat dann doch alles noch bestens hingehauen - ich liege in der ersten Nacht der "Orientation Days" in einem Hotel in der Nähe von New York, neben mir schläft meine kroatische Zimmergenossin und ich frage mich, warum ich so gar nicht müde bin, obwohl es bei ca. 23.30 Uhr Ortszeit hier 5.30 morgens in Deutschland ist.

Ich denke mit einem lächelnden und einem weinendem Auge an meine Lieben aus Deutschland und muss immer wieder an die Aussage der Kleinen denken, bei der ich ca. 2,5 Jahre gebabysittet habe .. "Mama hat mir erzählt, du gehst weg!" "Das stimmt, hat sie dir denn auch erzählt wohin?" "Weiss nicht genau .. Afrika oder so!"

Das lässt mich immer wieder schmunzel und fasst auf eigenartige Weise meine Situation zusammen: Noch ist hier alles neu, ungewohnt, aufregende und spannend für mich! Ich war noch nie ausserhalb von Europa - kann an meinen Erfahrungen gemessen Amerika nicht von Afrika unterscheiden .. :D

Aber das wird sich ja hoffentlich in den nächsten Wochen ändern!

Take Care,

Hannah